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Im Tiefdruck gefangen

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16. Mai 2021 von Marzellus

Patschnasse Schuhe und eine Hose, die man bis zu den Knien auswringen könnte. Den Rest hat mein Schirm trockengehalten, aber der Sonntagsspaziergang musste sein. Die ersten vier Kilometer bin ich noch trocken geblieben. Aber dann muss man auch noch vier Kilometer zurück nach Hause. Bei solchem Wetter geht man von selbst zügig, damit man warm bleibt. In einer kurzen Regenpause kann ich diese Felsbrocken und den Holunderstrauch festhalten, der gerade erst damit beginnt, Blätter auszutreiben. Doch die nächsten Schauer sind schon unterwegs. In dichten, taubenblauen Wolken treibt der Westwind sie mir entgegen. Und es soll die ganze nächste Woche so noch weitergehen.

Das ist gut für die Bauern, heißt es doch: „Mai kühl und nass, füllt dem Bauern Scheun‘ und Fass!“ Und auch die Forstleute freuen sich. Bei einem solchen Wetter kann der Borkenkäfer sich nicht vermehren, denn er fliegt erst bei Temperaturen über 16 ° C. Und die Förster gewinnen Zeit, schädlingsbefallenes Holz aus den Wäldern zu entfernen.

Der Wald kann sich erholen, und auch die Grundwasserreservoire können immer noch jeden Liter Regen brauchen. Erfreulicherweise haben sich die Pegelstände der Talsperren wieder normalisiert, aber die Trockenheit der letzten drei Jahre lässt erwarten, dass sich die Grundwasservorräte noch nicht erholt haben.

Doch des einen Freud ist des anderen Leid. Bei diesen niedrigen Temperaturen „honigen“ die Sträucher und Wiesenblumen nicht. Der Löwenzahn bräuchte mal Tagestemperaturen um die 20° C um Nektar für eine gute Tracht zu produzieren. Meine Bienen nutzen zwar die Sonnenintervalle zwischen den heftigen Schauern, um irgendetwas einzutragen, aber bei einem solchen nasskalten Sauwetter halten die meisten Blühpflanzen ihre Blütenkelche geschlossen. Ideal wären jetzt Tagestemperaturen zwischen 15°C und 30° C bei feuchtwarmem Wetter um den Nektareintrag und die Honigproduktion im Stock auf volle Touren zu bringen. Oder Pflanzen wie die Narzissen. Über die hat man herausgefunden, dass sie in der Lage sind, ihren Nektar bis zu 8 Grad über Umgebungstemperatur anzuwärmen. Aber die Narzissenblüte ist vorbei.

Ich habe heute kein einziges Insekt beim Nektarsuchen sehen können. Das Wetter geht auch auf Kosten der Bestäubung. Und es ist noch keine Besserung in Sicht. Das Hoch, das für beständiges Wetter sorgen würde, lässt auf sich warten.

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