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Bienenträume, wenig Stiche, gute Trachten und gesunde Völker

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29. Dezember 2016 von Marzellus

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WahrsagerInnen haben besonders zum Jahreswechsel Hochsaison. Sie sind die modernen Nachfahren der antiken Orakelpriester und Priesterinnen. Die Seherinnen von Delphi, dem berühmten Orakelort für Vorhersagen über die Zukunft, trugen sogar den Beinamen Melissen, was nichts anderes heißt als die Bienen.

Bienen standen in vielen Kulturen im Ruf, in direkter Verbindung mit den Göttern zu stehen. In den Schöpfungsmythen der alten Griechen waren sie für den Seelentransfer zuständig, und zwar in beide Richtungen.

Noch im dritten Jahrhundert nach Christus erzählt der Philosoph Porphyrios, dass die Göttin Demeter die von ihr erschaffenen seelenlosen irdischen Körper mit der Hilfe von Bienen animiert. Die Bienen als Mittlerinnen zwischen dem Göttlichen und Irdischen steigen in der Vorstellung des Griechen nach dem Tod eines von ihnen beseelten Wesens in den Olymp auf, um später neuen Schöpfungen dann wieder als Lebensgeist zu dienen.

Ähnliche Vorstellungen gibt es in der germanischen Mythologie. Bienen „… erscheinen in einem angelsächsischen Bienensegen als „sigewif“ (Siegesfrauen), eine Bezeichnung für die Bienen, die uns unverständlich wäre, wenn uns nicht gerade in sächsischen Landen die Heiligkeit der Biene als eines höheren seelischen Wesens mit weissagender Kraft bezeugt wäre. Erklärt sich doch hieraus auch, dass Egill die Luft als Aufenthaltsort der Seelen „byskeip“ (Bienenweg) nennt“, schreibt Eugen Mogk in seinem Buch „Germanische Mythologie“.

Wen wundert es also. dass in esoterischen Kreisen bis heute der Biene besondere seherische Qualitäten zugesprochen werden. Träumt man beispielsweise von einer Biene, dann gilt das in der volkstümlichen Traumdeutung als ein gutes Omen. Es zeigt Gewinn an, Ehren und Würden, Erfolg im Geschäft oder in der Liebe. Sieht man im Traum den Bienen beim Honigsammeln zu, kann man eine positive Festigung im Liebesverhältnis zu seinem/r PartnerIn erwarten. Im Traum erlittene Bienenstiche wollen sagen, dass sich große Veränderungen wie Heirat, Berufs- oder Wohnungswechsel ankündigen. Sollte man gar eine rote Blüte sehen, die von einer Biene beflogen wird, dann beginnt eine Lebensphase, in der so gut wie alles gelingen wird. Anders verhält es sich, wenn der Träumer mehrfach von Bienen gestochen wird. Dann warten Verdrießlichkeiten, Widerwärtigkeiten und unglückliche Zufälle.

Ich wünsche allen Bienenfreunden, Imkerkollegen und Lesern meines Blogs für das kommende Jahr deshalb viele gute Bienenträume, wenig Stiche, vor allem nicht im Traum, gute Trachten und gesunde Völker.

Marzellus Boos, Autor und Hobbyimker

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Ausschnitt: Rock der Artemis von Ephesos

Anmerkungen zum Beitragsbild „Artemisstatue von Ephesos“: Das Bild stellt die griechische Fruchtbarkeitsgöttin Artemis dar. Der seltsame Brustbehang der Statue gibt den Archäologen Rätsel auf. Es gibt verschiedenste Interpretationen, von Eiern, über Trauben und Datteln bis zu Stierhoden oder eben Brüsten. Eine Deutung fehlt mir, die in dem Gesamtzusammenhang durchaus Sinn machen würde. Man könnte in der „Vielbrüstigkeit“ auch Weiselzellen sehen. Betrachtet man den Gürtel der Artemis, entdeckt man, wie sich Bienen und Blumen abwechseln. Auch im Seitenteil Ihres Rockes sieht man eine Bienenkönigin und eine Arbeiterin, die sich mit „Rankenfrauen“ (aus einer Blüte oder Blattkelch herauswachsende Mädchen mit einwärts gebogenen Flügeln) abwechseln.

 

Bildquelle: Von QuartierLatin1968 – http://www.flickr.com/photos/22174859@N00/382153782/, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1745234

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