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Trachtlüge

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25. Juni 2022 von Marzellus

Fressen Honigbienen den Wildbienen das Futter weg?

Ich bin ein Freund der Diskussion und der wissenschaftlichen Debatte und diskutiere immer gerne mit, wenn es um Fragen rund um das Thema Imkerei geht. Was mich zur Zeit am meisten nervt, sind die Angriffe auf die deutsche Imkerschaft aus der Ecke der „Naturschutzimker“. Darunter verstehe ich diejenigen, die der Öffentlichkeit verkaufen wollen, dass wir bei der Suche nach den Verantwortlichen für den Artenrückgangs ein „Teil des Problems“ seien.

In seiner Schrift „Der wahre Preis des Honigs – Artenschutz für Honigbienen!“ schreibt Torben Schiffer: „Letztendlich produzieren die vielen Blütenpflanzen ihren Nektar entwicklungsgeschichtlich nicht dafür, dass wir Menschen diesen großflächig, mithilfe einer flächendeckenden, stark intensivierten Honigbienenmassentierhaltung ins Glas umleiten. (…) Die dabei aus dem System der Umwelt entnommene Pflanzenenergie in Form von Nektar wirkt sich unmittelbar auf die Quantität zahlreicher Insekten, Vögel, Fledermäuse, Hornissen und anderer Arten aus. Schließlich dient der Nektar diversen Arten als Nahrungsgrundlage. Nahrungsquellen werden bekanntermaßen in lebende Biomasse umgewandelt. Die aus der Kulturlandschaft entnommene Nektar- bzw. Honigmenge beeinflusst dieses sensible Gleichgewicht.“

Erinnert sich noch jemand an die Krefelder Studie? Sie hatte 2017 für Aufsehen gesorgt mit der Feststellung: „Drastische Bestandseinbrüche lassen sich klar nachweisen. Bei den Erhebungen in 63 deutschen Schutzgebieten. Zwischen 1989 und 2016 ist ein Rückgang von 76 Prozent (im Hochsommer bis zu 82 Prozent) der Fluginsekten-Biomasse festgestellt worden.“

Wenn man sich dann noch ansieht, wie sich der Bestand an Bienenvölkern in diesem Zeitraum entwickelt hat, müsste man ja, folgt man Torben Schiffer, erwarten, dass sich die Zahl der Völker gewaltig nach oben entwickelt hat. Hat sie aber nicht. Leider bildet die Statistik des DIB nur den Zeitraum von 1995 bis heute ab, und da haben sich nach einem starken Einbruch in den 1990ern bis zum Jahr 2013 fast wieder den Stand von damals erreicht.

Um die Zahlen der Krefelder Studie zum „Insektensterben“ in Bezug zu setzen mit der aktuellen „Bienendichte“, hilft uns jedoch eine Medienmitteilung des Instituts Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung Halle-Jena-Leipzig weiter: „Der extreme Rückgang der Bienenvölker in Europa Anfang der 1990er Jahre fällt zeitlich mit dem Ende der Sowjetunion und auch der politischen Wende in Deutschland zusammen. „Vor 1989 wurde die Imkerei in der DDR staatlich stark subventioniert“, so Robin Moritz, der auch Mitglied des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) ist. Die Imker hätten ihren Honig zu hohen Preisen an den Staat verkaufen können, der den Honig dann deutlich günstiger weiterverkaufte. Nach der Wiedervereinigung verlor die Imkerei durch die fehlenden Subventionen an Attraktivität, zudem nahm die Bevölkerung in den neuen Bundesländern rapide ab. Dadurch ging auch die Anzahl der Bienenvölker um bis zu 50 Prozent zurück. „Das zeigt deutlich, dass politische Entwicklungen einen starken Einfluss auf die Zahl der Bienenvölker haben können“

Daraus kann man natürlich ableiten, dass die Bienendichte zum Zeitpunkt der Wende und davor in Deutschland deutlich höher war. Also kann diese Behauptung gar nicht stimmen.

Und ich habe noch einen Hinweis gefunden, wie die imkerlichen Verhältnisse hierzulande vor der Wende waren. Im Jahr 1950 gab es noch 2 000 000 Bienenvölker in Deutschland.

Die deutschen Imker sind nicht das Problem, aber sie haben ein Problem, und das heißt Junk Science, oder zu deutsch: Wissenschaft für die Müllhalde.

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