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Science – not fiction

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8. Februar 2017 von Marzellus

In einer Pressemitteilung  haben Forscher der Universität Warschau bekannt gegeben, dass sie offenbar die erste künstliche Drohne entwickelt haben, die in der Lage ist gezielt Pflanzen zu finden, ihren Pollen zu sammeln und ihn an eine Nachbarpflanze zu übertragen. Wie das amerikanische Bienenmagazin “Bee Culture” berichtet, sind bereits im Sommer des vergangenen Jahres erste Feldversuche mit kleinen Flugrobotern erfolgreich durchgeführt worden. Und die ersten maschinenbestäubten Früchte sollen sogar geerntet worden sein.Die polnischen Erfinder sehen in ihrer Schöpfung auch einen Beitrag dafür, dass in Zukunft Dünger oder Pestizide wesentlich präziser ausgebracht werden könnten.

Ganz neu ist die Idee der Polen nicht. Amerikanische Forscher wollten bereits 2013 mit „Robobees“ die Bestäubung der Nutzplanzen sicherstellen. Mit einem Budget von 10 Millionen Dollar entwickeln Harvard-Wissenschaftler eine Bienendrohne, die ebenfalls die Bestäubung der landwirtschaftlichen Nutzpflanzen sicherstellen sollte. Die Roboterbiene werde gegen Pestizidduschen immun sein, so die damals frohe Botschaft der Harvard Forscher. Der fliegende Miniaturroboter “Robobee” wurde in den Medieninformationen der amerikanischen Eliteuniversität ausdrücklich als zukünftige Alternative zur echten Honigbiene vorgestellt.

Doch als es für diesen Plan international empörte Kommentare und ironische Statements zuhauf aus den Kreisen von Umweltaktivisten und entsetzten kritischen Bürgern gegeben hat, ruderte die amerikanische Eliteuni zurück.

Jetzt liest man auf der Projektseite im Internet: “Eine mögliche Anwendung mikrorobotischer “Insekten” könnte eines Tages die Bestäubung von Nutzpflanzen sein. Aber wir sehen die Roboterbestäubung nicht als eine kluge und brauchbare langfristige Lösung gegen das Bienensterben. Von einer solchen Möglichkeit sind wir noch 20 Jahre entfernt. Würde das trotzdem passieren, wäre das eine Zwischenlösung bis man das Problem des Bienensterbens gelöst hat.”

Das Forschungsprojekt im Namen der Biene wird dennoch fortgesetzt. Jetzt geht es um Grundlagenforschung. Für die Honigbienen? Wohl kaum! Zwei Millionen Dollar Budget im Jahr sind eine Menge Geld für ein Spielzeug mit einer Nutzanwendung, die erst in zwanzig Jahren realisiert werden kann. Für was forscht man denn dann?

Wenn man nach einer Antwort sucht, stößt man schnell auf das Stichwort MAV. Die Abkürzung steht für Micro Air Vehicles, für Drohnen also, die vor allem für geheimdienstliche und militärische Zwecke nutzbar gemacht gemacht werden sollen. “Unobtrusive, pervasive, lethal” – “Unauffällig, überall verbreitet, tödlich” werden die Roboterinsekten der Zukunft sein. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

In den Händen von Regierungen werden die Microdrohnen zu einem Überwachungsinstrument der “anderen Art”, gegen das die Telefon- und Internetüberwachung der NSA wie ein Kindergarten wirkt. „That`s science, not fiction!”
Ähnliche Forschungsprojekte laufen bei der US-Luftwaffe und der NASA. Den “Microbugs” und “Nanodrones” traut man viel zu, und sie beflügeln die Fantasie der Geheimdienste und Militärs. Und auch hier gibt es überraschende Fortschritte: In einer Presseerklärung meldete das Pentagon Anfang Januar, dass 103 Mikro-Drohnen, die durch ein System künstlicher Intelligenz gesteuert werden, bereits im vergangenen Jahr erfolgreich getestet worden sind . Die Mikro-Drohnen verhalten sich wie ein Schwarm in der Natur, erklärt das amerikanische Verteidigungsministerium. Sie seien „ein kollektiver Organismus“, der ein dezentralisiertes Gehirn für die Entscheidungsfindung besitze und dessen Bestandteile sich wie Schwärme in der Natur aneinander anpassen könnten

„Busy Bee is watching you“- Verglichen mit der Vorstellung, dass Miniaturroboter in Gestalt von Honigbienen uns auf Schritt und Tritt überwachen können, und unliebsame Zeitgenossen mit synthetischen Ultragiften eliminieren, würde ich dann schon lieber wie die Chinesen im Dokumentarfilm “More than Honey” mit einem Malerpinsel auf einer Aluleiter stehen und Apfelblüten mit Pollen betupfen. Das schafft wenigstens zahlreiche Arbeitsplätzen im Niedriglohnsektor und führt zu einer boomenden Produktion von Aluminiumleitern. Und natürlich sollte man passende Fliegenklatschen bauen.

Noch lieber hätte ich gesunde Bienen in einer intakten Umwelt, die ökologische Vielfalt sicherstellen und für einen wunderbaren und gesunden Honig sorgen.

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