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First Friends First of All

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10. Februar 2017 von Marzellus

snip_monsantobayerDie ersten Regierungstage des 45. US-Präsidenten zeigen, dass vor der neuen „America First Politik “ noch eine „First-Family and First-Friends First of All Politik“ rangiert. Bayer Boss Werner Baumann und dessen aktueller First Friend, Monsanto Boss Hugh Grant, haben den neuen Politikansatz im Weißen Haus offenbar schnell begriffen. Als gewiefte Lobbyisten nutzen sie auch prompt Trumps neuen nepotistischen Politikstil (rheinisch: Klüngelwirtschaft) für ihre Zwecke.

Schon Mitte Januar hatten sie eine Unterredung mit Trump. Es ging darum, neue Jobs und Milliarden-Investitionen in den USA zu versprechen. Für das Ziel, mit der Fusion der beiden Agro-Chemie Giganten mit zukünftig 28% des Weltmarkt Anteils größter Anbieter von Saatgut und den dazugehörigen Herbizid Cocktails zu werden, war ein solcher opportunistischer Schritt des Managerduos sicher hilfreich. Der Umwelt und einer auf Nachhaltigkeit setzenden Landwirtschaft wird das allerdings ganz sicher zum Nachteil gereichen. Die Ernennung von Senator Perdue war schon ein eindeutiges Signal an die Welt. Klimaveränderung und Biodiversität werden in der politischen Agenda, wenn überhaupt, eher nachrangige Themen sein.

Das einzige, woran man offenbar noch arbeiten muss,  ist die öffentliche Akzeptanz für die Agrochemie zu verbessern. Eine öffentliche Diskussion um die Zusammenhänge zwischen dem Monsanto Herbizid Glyphosat und dem  Bienensterben passt da gar nicht ins Konzept. Deshalb kann es kein Zufall sein, wenn fast zeitgleich zum Kontext des Besuchs der Agrochemie Manager bei Trump das Monsanto Projekt „RNA Interferenz Verfahren“ wieder aus der Schublade gezogen wird der Öffentlichkeit als „Durchbruch in der Varroabekämpfung““ präsentiert wird.

Bei dem erneut lancierten Verfahren des „Gene Silencings“, zu deutsch „Genunterdrückung“, sollen Erbgut-Schnipsel vermischt mit Zuckerwasser von den Bienen über die Hämolymphe an die Varroa-Milbe weitergegeben werden und diese zerstören. Der Spiegel z.B. berichtet in seiner aktuellen Ausgabe unter der Schlagzeile „Selbstmord der Zellen“ darüber. Auch das amerikanische Magazin Science Direct greift das Thema auf. Bei Monsanto und Bayer hält man das gentechnische Verfahren, für das man jetzt öffentlich nach Komplimenten fischt, es war nicht anders zu erwarten, für unproblematisch.

Aber die passende Begleitpropaganda beschäftigt sich mit ungelegten Eiern. Vor die Verbreitung der Methode, wenn sie denn tatsächlich funktioniert,  hat der Gesetzgeber ein aufwendiges Prüfverfahren gesetzt. Erst wenn die Zulassungsbehörden hüben und drüben des Großen Teichs ihr Okay gegeben haben, kann das Produkt in den USA und bei uns in Europa vermarktet werden.

In Europa werden Pflanzenschutzmittel erst nach einer  EU-weiten wissenschaftlichen Prüfung durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und die national zuständigen Behörden in den Mitgliedstaaten genehmigt. In Amerika war hierfür bislang das EPA für die Prüfung zuständig. Dank der Personalpolitik des Präsidenten wird bei der amerikanischen Kontrollbehörde ein getreuer Gefolgsmann schon dafür sorgen, dass Umweltbelange kein Problem mehr darstellen.

Und der Bayer/Monsanto Versuch, sich als Bienenretter in der Not zu profilieren, lenkt von dem eigentlich größeren Problem ab: Was bringt es den Bienen, wenn sie, von Varroa befreit, trotzdem an den ausgebrachten Chemiecocktails der Multis und der Verknappung des Nahrungsangebotes durch Monokulturen zugrunde gehen? Und wo bleibt der Schutz der Wildinsekten? Es gibt schon erste Hinweise, dass Trumps Erlass, dass alle noch nicht in Kraft getretenen Maßnahmen der Obama Administration bis auf Weiteres ausgesetzt werden, zum Aussterben von Hummelarten in den USA führen könnte. Das propagierte Verfahren der RNA Interferenz mag zwar wissenschaftlich genial sein. Aber die Bekämpfungsstrategie dahinter halte ich für primitiv und falsch. Statt die Produkte der Umwelt anzupassen, passen die Agrokonzerne mit Genmanipulation die Umwelt ihren Produkten an.

Manager Magazin: Bayer wirbt mit tausenden US-Jobs für Monsanto-Fusion

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