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Bienensterben – die Imker sind schuld!

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13. Januar 2017 von Marzellus

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Desinformation, Fakenews und Postfaktizismus – Der Informationskrieg tobt auch um das Thema Bienensterben. Ständig werden neben den bekannten und wissenschaftlich belegten Gründen für das Elend der Bienen neue Ursachen ins Spiel gebracht. Vorsicht! Jetzt erklärt der Bestsellerautor Udo Pollmer warum die Bienen sterben.
Einer der es liebt, mit steilen Thesen Öffentlichkeit zu erzeugen, ist Udo Pollmer. In den 80er Jahren hat er mit seinem Bestseller „Iss und stirb“ die Diskussion um gesunde Lebensmittel befeuert. Heute hat der gelernte Lebensmittenchemiker die Seiten gewechselt und propagiert „Pommes statt Pellkartoffeln“ und macht sich lustig über naive Lebensmittelkonsumenten, die „handgestreichelte Möhren“ verzehren.

Wen wundert es, dass der schwergewichtige Kämpfer gegen Ernährungsmythen sich auch in die aktuelle Diskussion zum Bienensterben einmischt.

Seine Kernthese: Die Imker selbst sind am Bienensterben schuld, weil ihre Bienen überzüchtet sind.“Wir brauchen eine Kehrtwende in der Züchtung, wir brauchen Bienen, die an das jeweilige Ökosystem angepasst sind, auch wenn die Stechlust steigt und die Honigernte sinkt.“ Hochleistungsbienen der Gattung Carnica können natürlichen Pflanzengiftstoffen nichts entgegensetzen und sterben daran.

„Nicht zufällig sind die größten Völkerverluste bei der kalifornischen Mandelblüte zu beklagen. Der Baum liefert blausäurehaltiges Amygdalin, und das ist für Bienen ziemlich giftig. Gehen davon die Bienenvölker ein, verdächtigen alle reflexartig die Pestizide.“ lässt Pollmer sich im Deutschlandradio Kultur zitieren. Danach suche kein Labor, erklärt der Bestsellerautor plakativ und medienwirksam.

Hätte der Apostel der Lebensmittelkritik-Kritiker recht, dann müssten Wildbienenpopulationen in der Nähe der Glyphosatfelder vor Gesundheit strotzen. Die seriöse Ursachenforschung kommt leider zu anderen Ergebnisse. Der Zusammenhang zwischen gebeiztem Saatgut und mit Neonics behandelten Nutzpflanzen und Wildbienensterben ist längst belegt. Das kollidiert natürlich mit Pollmers Einstellung zu seriöser Wissenschaft: „Macht kaputt, was uns kaputtmacht – nieder mit Forschung und Technik!“
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Das Internet sei „wie eine Güllegrube mit Desinformation gefüllt, aus denen dann Hunderttausende ihr Wissen saugen.“ hat Pollmer einmal formuliert. Der „wissenschaftliche Leiter“ des des EU.L.E. e.V. gönnt sich offenbar auch immer wieder mal einen kräftigen Schluck aus dieser Brühe. Schließlich gärt auch sein Desinformationsmüll in dieser Jauchemischung. Was dabei herauskommt kann man unter anderem in seiner Vereinsschrift nachlesen. Die heißt E.U.lenSpiegel. Der Name ist Programm und passt.

Ein Kommentar zu “Bienensterben – die Imker sind schuld!

  1. Rudi sagt:

    Pollmer: sponsert by …?.

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