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Senf passt nicht zu allem

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23. November 2017 von Marzellus

senf
Im Mittelalter war Senf einmal ein kostbares Gewürz. Wer zu allem Senf dazugegeben hat, zeigte zweierlei: Er war reich, denn er konnte sich das Gewürz leisten, aber er bewies auch schlechten Geschmack, weil Senf nun wirklich nicht zu allen Gerichten passt. Mit seiner flächigen Aussaat verfolgen Landwirte, Weinbauern und Gärtner vorrangig eine sinnvolle landbauliche Maßnahme, die aus ihrer Perspektive viele Vorteile bringt. Aber welche Folgen hat das für die Imkerei? 

Wenn Ackersenf oder der verwandte Weißsenf im Spätherbst blühen, dann wächst hier nicht der Rohstoff für die Weißwurstbeilage.

Bis in den November hinein blüht es in unseren Ackerbauregionen. Neben Ölrettich und Phazelia werden vor allem Ackersenf oder Weißsenf als Zwischenfrüchte auf herbstlichen Brachen intensiv angebaut.

In der Natur ist die einjährige Pflanze sommerannuell. Das heißt: Sie keimt im Frühjahr und blüht und fruchtet im Sommer desselben Jahres. Strenggenommen sollte der Herbstsenf jetzt also keinen zweiten Frühling erleben, aber für den Bauern und den Gärtner bringt das schnelle Auflaufen der Pflanze in jeder Jahreszeit Vorteile.

Die schnelle Keimung und ein dichter Wuchs machen die krautige Pflanze zu einer idealen Bodenbedeckung für im Spätsommer abgeerntete Felder. Senf schützt brachliegende Böden vor Wind- und Wassererosionen. Durch die schnelle Keimung werden Unkräuter unterdrückt und die tief wachsenden Wurzelsysteme lockern stark verdichtete Bodenschichten auf. Ihre bis zu einem Meter tief reichenden Wurzeln verbessern die Bodenfruchtbarkeit, weil sie die organische Substanz der Böden anreichern und den vorhandenen Stickstoff speichern. Im Winter friert Senf schnell ab und eignet sich somit gut für die Mulchsaat.

Alle Senfarten sind auch eine gute Bienenweide mit einem reichen Angebot an Nektar und Pollen. Doch aus imkerlicher Sicht hört man zu der späten Senfaussaat auch Bedenken. Bienen lieben diese Aussaaten und fliegen auf die späten Blüten. Verhonigende Brutnester und Fehler bei der Bestimmung der Einfütterungsmenge und des richtigen Zeitpunktes werden von manchen Imkern beklagt.

Und wenn der Senf erst im späten Herbst blüht, sind die meisten Bestäubungsinsekten bereits im Wintermodus. Ab September ist beispielsweise die Hummelsaison  zu Ende, das Volk abgestorben, die Hummelköniginnen haben in irgendeinem Erdversteck ihre Winterruhe angetreten. Das gleiche gilt auch für die meisten anderen Bestäubungsinsekten. Spät blühende Senffelder sind für den Insektenschutz nicht mehr sinnvoll.

Übrigens: Honig und Senf passen gut zueinander:

Zutaten für eine Honig-Senfsoße
  1. 200 g Mayonnaise, am besten natürlich frisch geschlagen
  2. 4 Esslöffel mittelscharfer Senf.
  3. 2 Esslöffel Dijon Senf.
  4. 6 Esslöffel Honig.
  5. 1 Esslöffel Zitronensaft.
  6. Salz, Pfeffer.

Zuerst Honig und Senf miteinander verrühren, dann die anderen Zutaten dazugeben. Die Honig-Senf Soße passt als Dressing zu Salaten, aber auch als Dip für Fleisch und Brot. Sie sollte bei keinem Grillfest fehlen.

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