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Samentütchen auf der Grünen Woche

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26. Januar 2017 von Marzellus

Eh-Da-Flächen, ökologische Aufwertung von Straßen- und Wegböschungen, Bahndämme, Verkehrsinseln … und das alles nur für Bienen und die nützlichen Bestäuber! Auch die Samentütchen auf der Grünen Woche kommen gut an.

snip_eh-da-flaechenUnd erst der Internetauftritt: Viel Lobendes und Richtiges über unsere lieben Bienen, deren Wichtigkeit für die heimischen Nutz- und Wildpflanzen … . Wenn man die plakativen Thesen zur Notwendigkeit von Artenschutz und Artenvielfalt liest, dann klingt das wie O-Ton Naturschutzverbände. Wer so die lieben Bienen über den „grünen Klee“ lobt, dessen blauen Augen können doch nicht lügen.

Wie so oft lohnt sich der Blick in das Impressum der Kampagnenhomepage. „Dies ist die Website der Initiative „Innovation & Naturhaushalt“ unter dem Dach des Forum Moderne Landwirtschaft e.V.“ Und wer ist das „Forum Moderne Landwirtschaft e.V.“???

Keine Angst: Weder die Umweltverbände noch der Deutsche Imkerbund braucht eine Konkurrenz zu fürchten. Ich hab das mal gegooglet, und dabei fällt ein Name auf, der auch „Programm“ ist. Die Website www.forum-moderne-landwirtschaft.de ist eine offizielle Homepage des „Forum Moderne Landwirtschaft e. V.“ vertreten durch Dr. Christoph Amberger. Und wer ist das?

Amberger war von 2009 – 2012 Cheflobbyist der ESA mit Sitz in Brüssel. Mit Raumfahrt hat das weniger was zu tun. ESA steht für „European Seed Association“ und das ist der Verband der Europäischen Saatgutindustrie. Das sind für mich ganz gewiss keine „engagierten Naturschützer“ und Verfechter von Nachhaltigkeit und Biodiversität. Diese Leute wollen Hochleistungspflanzen auf den Äckern, die dann mit Industriedünger und Herbiziden hochgepäppelt werden.

Heute betreibt Amberger für das Agrobusiness Greenwashing* für die konventionelle Landwirtschaft. Sein Ziel: Eine Trendumkehr in der öffentlichen Wahrnehmung von Landwirtschaft: „Man werde alles daran setzen, das gegenwärtige Misstrauen in der Öffentlichkeit gegenüber der modernen Landwirtschaft abzubauen“ wird er in der Landwirtschaftszeitung TOP-Agrar zitiert. Und dafür sammelt er Geld beim Agrobusiness für schicke Internetauftritte, Hochglanzbroschüren und für Samentütchen.

Das nennt man dann „Balance zwischen Naturhaushalt und Landwirtschaft“: „Weiter so“ für das „Agrobusiness“ und  Artenvielfalt ab auf ein paar Quadratmeter „EH-Da-Flächen“ abdrängen. (die sind auch ohne milde Samengaben der Agrarindustrie die letzten „EH-Da-Reservate“ der Artenvielfalt). Der Bürger kann dann mit Tütchenausstreuen gegen das Bienensterben ausziehen und sein Gutmenschengefühl entwickeln.

Wie billig werden hier die Leute, Entschuldigung, VERARSCHT?

snip_greenwashing

https://www.topagrar.com/news/Home-top-News-Amberger-will-Trendumkehr-zugunsten-moderner-Landwirtschaft-1778807.html

Ein Kommentar zu “Samentütchen auf der Grünen Woche

  1. […] Im letzten Jahr verteilte man anlässlich der Grünen Woche in Berlin Samentütchen als Teil einer Imagekampagne einer naturfreundlichen und nachhaltigen Landwirtschaft. Der Initiator dieser Greenwashingkampagne war die Europäische Saatgutlobby, die ja nicht unbedingt als Garant einer Artenvielfalt auf Wiesen und Äckern gesehen werden kann. Ich habe das in einem Blogbeitrag kommentiert. […]

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