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Honig vom Balkon

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3. Januar 2017 von Marzellus

Schön, dass es die Honigbiene gestern Abend bis in die Tagesthemen gebracht hat. Den ganzen Tag über gab es bereits Berichte der Online Redaktionen darüber, dass ein Bienenforscher der FU Berlin eine Literaturstudie zum Thema Stadtbienen und Landbienen präsentiert hat. Das Ergebnis ist allerdings weniger überraschend als das Medienecho. Auf den Balkonen der Städte sind die Bienen dank städtischer Grünanlagen und vermehrtem „Urban Gardening“ produktiver als auf dem Land. Dort nämlich, und auch das ist nicht wirklich neu, sind in Folge von Artenschwund und weiter zunehmender industrialisierter Landwirtschaft die Bienen, inklusive Wildbienen, massiv bedroht.

Es freut mich natürlich, dass hier im Prinzip gute Bienen PR gemacht wird, und die Probleme, wenn auch nur zu vorgerückter Stunde, ins öffentliche Bewußtsein gerückt werden. Es freut mich auch, dass die Städte zunehmend bienenfreundlich werden, und dass es dort viele aktive Bienenkümmerer gibt. Es freut mich aber weniger, dass man der Öffentlichkeit mitteilt, dass es auf dem Land an genügend Fördermitteln für Blühstreifen und auch am Goodwill der Bauern fehle.

Nach meiner Überzeugung geht es schon lange nicht um mehr Blühstreifen und mehr Einsicht der Bauern, sondern um eine grundlegende Veränderung unserer landwirtschaftlichen Produktionsbedingungen. Und da kann sich gerade die Stadtbevölkerung keinen schlanken Fuß machen, nach dem Motto „Bei uns ist die Welt ja in Ordnung.“

In den Städten lebt die Masse der Verbraucher, die sich an die niedrigen Lebensmittelpreise der Discounter gewöhnt hat. Die großen Handelsketten sind es, die unsere Bauern mit Weltmarktpreisen kaputtmachen und sie zwingen, auf Kosten unserer Umwelt und unserer Gesundheit zu Billigstpreisen zu produzieren. Was aktuell auf den europäischen Äckern und Wiesen passiert, hat viel damit zu tun, dass unsere Landwirte mit Weltmarktpreisen erpresst und in den schleichenden Ruin getrieben werden.

Und das gelingt nur, weil die Politik und die Masse der Verbraucher dabei mitspielt. In der Stadtbevölkrung liegt auch die politische Mehrheit dafür, dass das sich nicht ändern wird. Ist das „alternativlos“? Haben Sie bei der Neujahrsansprache von Kanzlerin Merkel ein einziges Mal das Wort Umweltschutz oder Klimaschutz oder Artenschutz oder Tierschutz gehört?

Ist auch nicht nötig, solange die Mehrheit der Verbraucher nach der Devise lebt: „Wir finden Pelzmäntel doof, – wir tragen nämlich Daunenjacken, weil die ja am ‚Daunenbaum‘ wachsen. Wir verbraten badewannenweise Kerosin um nach Neuseeland zu fliegen, weil da die Natur so schön ist, und wir fliegen noch schnell mal auf die Malediven, bevor sie im Meer versinken, wegen der Klimaerwärmung,“ sagt der Kabarettist Hagen Rether und spielt dabei auf seinem Klavier „Schlaf, Kindchen schlaf“ GUTE NACHT!

Hagen Rether spricht über Fleisch und Klimawandel 

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