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Schwarzer Pinsel für Schmidt

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27. Dezember 2016 von Marzellus

Seit Jahren beobachten Insektenforscher den stetigen Rückgang der Insekten. Und es ist schon als Brandruf zu verstehen, wenn die Teilnehmer der 12. Hymenopterologen-Tagung in Stuttgart im Oktober 2016 mit einer eindringlichen Resolution an Umweltministerin Hendricks wenden und auf die ökonomischen und ökologischen Folgen des Insektensterbens hinweisen. „Bereits über die Hälfte der Bienenarten Deutschlands sind im Bestand gefährdet und stehen auf der Roten Liste1 und selbst bei weit verbreiteten und bislang häufigen Bienenarten sind drastische Bestandsrückgänge um über 95 % zu verzeichnen“ heißt es in dem Text, den 76 Insektenforscher unterschrieben haben. Allein in Deutschland beträgt der Wert der Bestäubungsleistungen allein für Kulturpflanzen etwa 2,5 Milliarden Euro im Jahr. Die Forscher befürchten, dass uns ein zweiter „Stummer Frühling“ droht, denn der dramatische Rückgang der Insekten führt auch bei uns zum Verschwinden insektenfressender Vogelarten, Amphibien und Fischen.

Die Vorschläge der Forscher, was man tun müsse, um dem galoppierenden Artenschwund zu begegnen, sind nicht neu. Sie fordern an allererster Stelle „ein vollständiges Verbot von Neonicotinoiden, mindestens aber ein vollständiges, ausnahmsloses Moratorium für ihren Einsatz bis zum wissenschaftlich sauberen Nachweis ihrer Umweltverträglichkeit“ sowie die Erhöhung der Strukturvielfalt in der Kulturlandschaft. In der zunehmend von Gräsern beherrschten Landschaft herrscht ein extremer Mangel an geeigneten blühenden Wildkräutern. Forschungsergebnisse der letzten Jahre zeigen, dass bereits vergleichsweise kleine, extensiv oder gar nicht bewirtschaftete Ackerrandstrukturen eine erhebliche positive Auswirkung auf die Artenvielfalt haben. Die Forscher plädieren für eine Reduzierung von Schädlingen durch die Förderung parasitischer und räuberischer Gegenspieler statt weiter auf Agrochemie in der Landwirtschaft zu setzen. Schnelles Handeln sei geboten, wenn diese Entwicklung aufgehalten werden soll.

Und wie reagiert die Politik? Politiker der Partei DIE GRÜNEN haben die Sorgen der Insektenforscher in Form einer Kleinen Anfrage an Landwirtschaftsminister Schmidt herangetragen. Dessen Antwort zeigt, dass die Verantwortlichen in Berlin eher die Strategie verfolgen, das Thema auf die berühmte „lange Bank“ zu schieben: Die EU soll zuerst entscheiden . Wen wundert’s dass der Verband der Berufsimker angesichts der eher glyphosatfreundlichen Politik von Landwirtschaftsminister Schmidt 2016 diesem die Negativauszeichnung „Schwarzer Pinsel“ verliehen hat.

Pressemitteilung der Universität Hohenheim und des Staatlichen Museums für Naturkunde Stuttgart

Kleine Anfrage/Antwort zu Neonikotinoiden von Harald Ebner und anderen Mitgliedern der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen:

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