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Hier ist mein Faktencheck, Herr Plasberg

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24. Januar 2017 von Marzellus

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Was war das denn??? Plasberg und seine Diskussionsrunde machen heute Abend das Thema Artenschutz ausgerechnet am Reizthema Wolf fest und diskutieren die hohen Kosten von „Umsiedlungsaktionen“ von Molchen und Eidechsen. Hier lenkt man die Öffentlichkeit von der eigentlichen Katastrophe nur ab. So lassen sich gut Ängste, Unverständnis und öffentliche Empörung schüren, statt wirklich dem Problem gerecht zu werden.

Hier ist mein Faktencheck, Herr Plasberg, und der beunruhigt mich mehr als böse Wölfe und „geschredderte“ Rotmilane:

„Deutschland beherbergt rund 48.000 Tierarten, 9.500 Pflanzen- und 14.400 Pilzarten. In der Roten Liste Deutschlands wurden mehr als 32.000 heimische Tiere, Pflanzen und Pilze hinsichtlich ihrer Gefährdung untersucht. Dabei zeigt sich ein ernüchterndes Bild: Rund 31% wurden als bestandsgefährdet eingestuft, 4% sind bereits ausgestorben.

Von den aktuell untersuchten 11.000 Tierarten sind 30% bestandsgefährdet und 5% ausgestorben. Fast 28% der Wirbeltierarten, die Fische, Amphibien, Reptilien, Vögel und Säugetiere umfassen, sind aktuell bestandsgefährdet. Bei den wirbellosen Tieren, zu denen beispielsweise die Insekten gehören, gelten sogar 45,8% der bislang 6.057 untersuchten Arten und Unterarten als bestandsgefährdet, extrem selten oder bereits ausgestorben. Außer bei den Säugetieren sind bei diesen Zahlen die marinen Organismen nicht berücksichtigt. Die aktuelle Situation der Brutvogelarten hat sich in den letzten Jahren spürbar verschlechtert: Über die letzten zwölf Jahre nahmen 34% der Brutvogelarten in ihrem Bestand mehr oder weniger stark ab. Über 23% der Zugvogelarten sind bestandsgefährdet und stehen auf der Roten Liste der wandernden Vogelarten.“

Ich bin 61 Jahre alt und behaupte: Im Laufe meines Lebens ist soviel Natur- und Lebensraum vernichtet worden wie noch nie zuvor in der Geschichte der Menschheit. Verursacher ist eine zunehmend „produktivere“(???) Land- und Forstwirtschaft, die uns an den Rand des Kollapses unserer natürlichen Lebensgrundlagen geführt hat.

Für mich wurde in der Diskussion aber auch keiner der Diskutanten, mit Ausnahme vielleicht von Peter Wohlleben, seiner Verantwortung, die ja von jedem reklamiert wurde, gerecht.

Wenn das Thema „Wieviel Naturschutz verträgt unser Land“ dann am Beispiel von „geschredderten“ Rotmilanen, teuren Molchen, Verkehrsplanung sabotierenden Kiebitzen und dem „bösen“ reißenden Wolf festgemacht wird, dann ist das nicht hart und nicht fair sondern höchstens Bildzeitung. Tut mir leid: Das war schlechter Journalismus.

Meine Zahlen stammen von hier: Bundesamt für Naturschutz
https://www.bfn.de/0401_2015.html

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