Büschelschön
Hinterlasse einen Kommentar4. Juni 2024 von Marzellus

Beim Anblick eines solchen Ackers lacht das Imkerherz. Mohn und Phacelia blühen aktuell in ca. zwei Kilometer Luftlinie von meinem Waldbienenstand. Das liegt innerhalb des Sammelradius eines Bienenvolkes. Der übliche Sammelradius von Honigbienen liegt bei etwa drei bis fünf Kilometern. In diesem Bereich finden die meisten Sammlungsaktivitäten statt. Ich denke mal, dass meine Bienen, nachdem der Raps abgeblüht ist, diesen Phaceliaacker schnell gefunden haben werden. Man wird das an den blauen Pollenhöschen erkennen, die sie zur Ernährung der Brut in den Bienenstock tragen werden.
Für Bauern und Imker ergibt sich aus der Ansaat von Phacelia eine klassische Win-Win Situation. Im Ackerbau dient Phacelia als Gründüngungspflanze. Ihre Wurzeln lockern den Boden auf, verbessern die Bodenstruktur und erhöhen die Wasserhaltefähigkeit. Durch ihre rasche Biomasseproduktion trägt sie zur Humusbildung bei. Nach dem Absterben wird die Pflanze in den Boden eingearbeitet und fördert als organische Substanz die Bodengesundheit. Phacelia, dem die deutsche Sprache wegen ihrer auffälligen Blüten auch den Namen „Büschelschön“ gegeben hat, hilft dabei, Nährstoffe im Boden zu halten und verhindert Erosion. Phacelia wächst schnell und bildet eine dichte Pflanzendecke, die das Aufkommen von Unkraut unterdrückt. Dies reduziert den Bedarf an Herbiziden und mechanischer Unkrautbekämpfung.
Phacelia ist keine heimische Pflanze. Sie stammt ursprünglich aus Nordamerika und wird in Mitteleuropa auch als Bienenweide für Honigbienen angesät. Ein weiterer bekannter Name „Bienenfreund“ spricht das direkt an. Der Trachtwert von Phacelia entspricht etwa dem von Raps oder Buchweizen. Jede Blüte produziert in 24 Stunden Nektar mit einem Gesamtzuckergehalt zwischen 0,7 und einem Milligramm. Erträge von 500 kg Honig je Hektar und Blühsaison sind so durchaus möglich.
Es wird behauptet dass Phacelia für Wildbienen keine Rolle spielt. Meine Fotos dokumentieren, dass das so pauschal ja nicht stimmen kann. Neben den Honigbienen sind es vor allem Erdhummeln, die auf den sonst an Trachtpflanzen armen Ackerflächen ihre Freude an diesem zusätzlichen Nahrungsangebot haben. Sie sammeln zu Hunderten in der Phacelia.





